Nävus in den Medien

Nävi in der Gesellschaft
Juliane
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Nävus in den Medien

Beitrag von Juliane » Do 6. Dez 2012, 16:43

Auf RTL2 konnte man am 04.12.2012 in der Sendung "RTLII Spezial. Das Magazin" einen Beitrag über den sogenannten "Schildkrötenjungen" sehen. Didier ist 6 Jahre alt und kommt aus Kolumbien. Die Zeitungen hatten über ihn berichtet, da er einen sehr großen erhabenen Nävus an Bauch und Rücken hat (vermutl. ein dysplastischer Nävus (Clarkscher melanozytärer Nävus)) und deshalb ausgegrenzt und als Schildkrötenjunge bezeichnet wurde. Daraufhin konnten Spenden gesammelt werden und er konnte in einem Krankenhaus behandelt werden, wo Ärzte den Nävus entfernt haben.
Die Sendung ist eine Woche lang online abrufbar, jedoch aus Jugendschutzgründen nur von 22-6 Uhr.
http://rtl2now.rtl2.de/rtl-2-spezial-da ... son=1&s1=1
Es handelt sich meiner Meinung nach nicht um eine journalistische Meisterleistung, aber die Sendung kommt ja auch auf RTL2 ;-) Kritische Betrachtung ist notwendig. Aber immerhin wird das Thema Nävus im TV erwähnt und es wird sogar der korrekte Begriff genannt.

Benni
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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von Benni » Do 6. Dez 2012, 22:39

Ich habs mir gerade angeschaut. Du hast vollkommen recht mit dem was du schreibst.

Allerdings hat es mich trotzdem berührt! :)

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Jan
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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von Jan » Fr 7. Dez 2012, 00:18

Ich mache mir mal grade die Mühe etwas auf die Details einzugehen.

Hier mal die Webseite von dem britischen Chirurgen, der im Video erwähnung findet.
http://www.neilbulstrode.com/

Hier der Link zum Blog der Ärztin.
http://blog.gosh.org/tag/dr-veronica-kinsler/
Was die dort sagt darüber, daß Nävuskinder oft ähnliche Gesichtsmerkmale haben ist sehr interessant. Tatsächlich gibt es Parallelen zu unserem Sproß, was natürlich auch Zufall sein könnte. Es würde ja dafür plädieren, daß man ein Navus Risiko doch mitvererbt.

Das mit den 20% Risiko von Befall des ZNS ist natürlich unsinn, aber gibt es dafür überhaupt Zahlen?

anjaschw
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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von anjaschw » Fr 7. Dez 2012, 18:54

Hallo Jan und Juliane,

ich meine Frau Kinsler war letztes Jahr auch auf dem Kongress in Tübingen.

Muss ich mal nachschauen.
Ja auch wenn es immer reisserisch ist bei RTL 2 hat es mich auch bewegt...
Schönen Abend noch

Gruß
Anja ;)

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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von Monika » Mo 10. Dez 2012, 22:26

Hallo an alle,

ich habe den Bericht auch gesehen und war auch sehr berührt.
Ich fande das ganze hoch interessant und die Kinder die so zwischendurch gezeigt wurden, waren sichlich Kinder mit normalen Nävi so wie wir ihn alle kennen.

Anja hast du mal nachgesehen ob die Frau in Tübingen war?

lg Moni

mario
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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von mario » Di 11. Dez 2012, 20:31

Habe mir den Bericht auch angesehen. Dieser Nävus ist aber auch ein extremes Exemplar gewesen...
Was ich bemerkenswert finde ist das sie die 60% in einer OP entfernt haben.

Jan hat geschrieben:Was die dort sagt darüber, daß Nävuskinder oft ähnliche Gesichtsmerkmale haben ist sehr interessant. Tatsächlich gibt es Parallelen zu unserem Sproß, was natürlich auch Zufall sein könnte. Es würde ja dafür plädieren, daß man ein Navus Risiko doch mitvererbt.
Mit dem Rückschluß, das man von ähnlichen Gesichtszügen auf die Vererbbarkeit von Nävi schließen kann, wäre ich vorsichtig. Würde aber eine Vererbbarkeit aber auch nicht ausschließen. Mir ist nur das Kriterium "ähnliche Gesichtszüge" zu wenig.
Jan hat geschrieben:Das mit den 20% Risiko von Befall des ZNS ist natürlich unsinn, aber gibt es dafür überhaupt Zahlen?
Diese Zahl ist laut den Informationen die Dr. Krengel uns auf unsererm Treffen gegeben hat viel zu hoch. Kenne die Zahl von Dr. Krengel aber nicht mehr auswendig, war aber afair im niedrigen einstelligen Bereich.
@Maren: Besteht die Möglichkeit die Präsentation von Dr. Krengel zu bekommen und online zu stellen?

greets, mario

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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von Juliane » Di 11. Dez 2012, 23:48

Dr. Veronica Kinsler forscht für die britische Nävus-Organisation "Caring Matters Now": http://www.caringmattersnow.co.uk/research/ - die Organisation sammelt jedes Jahr die Gelder für ihre Forschung, damit sie sich nur mit dem Thema Nävus beschäftigen kann.
Sie war auch beim Expertentreffen in Tübingen 2011 dabei und hat dort zwei Vorträge gehalten. Sie erforscht u.a. auch mögliche genetische Ursachen. Sie vermutet, dass es bei einigen Fällen von kongenitalen melanocytären Nävi (englisch: CMN) eine erbliche Komponente gibt, da ein erhöhtes Auftreten von Muttermalen (also kleinen Nävi) in einigen Familien beobachtet werden konnte (ich glaube, es war in 36% der Familien).
Außerdem spricht sie von "typischen" bzw. charakteristischen Gesichtszügen, die Kleinkinder mit Nävus gemeinsam haben (z.B. eine breite Stirn, volle Wangen, eine volle Unterlippe, eine kurze Stupsnase) - diese würden so häufig auftreten, dass es sich nicht mehr nur um Zufälle handeln kann, daher spricht sie von einem "CMN Syndrome".
CMN were found to be associated with characteristic facies, and 74% of children in this series had at least three typical features.
We conclude that children with CMN often have a characteristic face. We propose the term "congenital melanocytic nevus syndrome" to describe this association.
Hier der Artikel über die Gesichtszüge (engl.): http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 34217/full
dort kann man auch ein paar Fotos sehen.

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Jan
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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von Jan » Fr 19. Apr 2013, 08:00

Nicht unbedingt ein besonders guter Artikel, aber ich werde ihn dennoch mal verlinken:
http://www.welt.de/?config=articleidfro ... =115401597

Meiner Meinung nach hätte man einiges besser schreiben können:
- Zu viele Tierassoziationen
- Es handelt sich eindeutig um einen kongenitaler Nävus, aber es wird nicht so genannt.
- Irgendwie gewinnt man den Eindruck, dass so etwas nur in fernen Ländern ohne viel Zivilisation, vorkommen kann.
Vielleicht bin ich aber auch nur überkritisch.

mario
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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von mario » Fr 19. Apr 2013, 21:00

Jan hat geschrieben:Nicht unbedingt ein besonders guter Artikel, aber ich werde ihn dennoch mal verlinken:
http://www.welt.de/?config=articleidfro ... =115401597

Meiner Meinung nach hätte man einiges besser schreiben können:
- Zu viele Tierassoziationen
- Es handelt sich eindeutig um einen kongenitaler Nävus, aber es wird nicht so genannt.
- Irgendwie gewinnt man den Eindruck, dass so etwas nur in fernen Ländern ohne viel Zivilisation, vorkommen kann.
Vielleicht bin ich aber auch nur überkritisch.
Hallo Jan,

Danke für den Link. und ich halte Dich nicht für überkritisch. Ich würde Deine Argumente sofort unterschreiben. Auch die Zwischenüberschrift Bhawana muss kein Monster mehr sein ist in meinen Augen sehr unglücklich. Sie war auch vor der OP kein Monster!
Interessant finde ich jedoch den ein oder anderen Leserkommentar. Hier liest man immer wieder das es vor der OP sogar besser aussah als danach und das es bedauernswert ist das wir Menschen so auf Äußerlichkeiten fixiert sind.

Greets
mario

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Re: Nävus in den Medien

Beitrag von isabel » Sa 22. Jun 2013, 01:10

ich würde gerne die thema :nävus bzw tierfellnävus : bekannter machen, gerade in den medien darüber berichten wie es für eltern ist damit umzugehen bzw selber als erwachsenen damit umzugehen . denn ist es noch sehr selten und ich weiß wie ich mich gefühlt habe mein kind nach der geburt zu sehen und keiner konnte mir helfen, ich denke wir können viel bewegen das sich andere eltern nicht so hilflos fühlen wie ich damals

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